In Zeiten digitaler Transformation verändern Faster Payments die Art, wie wir Geld bewegen. Sie ermöglichen Zahlungen in Echtzeit, schnell, sicher und jederzeit verfügbar. Doch wie funktionieren sie genau, wer ist beteiligt und welche Systeme gibt es weltweit?
Das Wichtigste zusammengefasst
Was sind Faster Payments?
Faster Payments sind elektronische Überweisungen, die innerhalb weniger Sekunden von einem Bankkonto zum anderen übertragen werden. Sie sind unabhängig von Öffnungszeiten, Wochenenden oder Feiertagen und ermöglichen sofortige Gutschriften.
Warum sind Faster Payments wichtig?
Sie revolutionieren den Zahlungsverkehr durch Echtzeitverfügbarkeit, bessere Liquiditätssteuerung und höhere Kundenzufriedenheit. Im digitalen Zeitalter sind sie eine Grundlage für moderne Finanzdienstleistungen, automatisierte Workflows und Open Banking-Modelle.
Wie funktionieren Faster Payments?
- Eine Zahlung wird vom Absender initiiert, in Echtzeit autorisiert und über eine zentrale Infrastruktur an die Empfängerbank weitergeleitet. Dort erfolgt sofort die Gutschrift auf dem Konto des Empfängers und der Empfänger kann sofort über das Geld verfügen.
Welche Systeme gibt es?
- Beispiele sind das UK Faster Payments System (FPS), FedNow in den USA, EBA RT1 und TIPS basierend auf SEPA Instant Credit Transfer (SCT Inst) in Europa, UPI in Indien sowie Pix in Brasilien.
Wer ist beteiligt?
- Beteiligte Akteure sind Banken, Payment Service Provider (PSPs), Clearinghäuser, Infrastrukturanbieter und Regulatoren, die für Sicherheit, Verfügbarkeit und Governance sorgen.
Welche Herausforderungen gibt es?
- Echtzeitzahlungen erfordern 24/7-Systembetrieb, robuste Betrugserkennung, Liquiditätsmanagement in Echtzeit und Interoperabilität zwischen verschiedenen nationalen und regionalen Systemen.
What is Faster Payment:
Definition, Funktion und globale Beispiele
Der Begriff Faster Payments beschreibt Zahlungssysteme, die Transaktionen nahezu in Echtzeit ermöglichen – typischerweise unter zehn Sekunden. Anders als bei traditionellen Systemen wie BACS (Bankers’ Automated Clearing Services) oder EBA STEP2 (European Banking Association) werden Transaktionen nicht in Batches gesammelt und zu festen Zeiten verarbeitet, sondern einzeln und sofort abgewickelt.
Während BACS-Überweisungen in Großbritannien beispielsweise bis zu drei Werktage dauern, erfolgt eine Faster-Payment-Transaktion unmittelbar. Damit zählen Faster Payments zu den sogenannten Echtzeitzahlungen (Instant Payments), auch wenn sich die Begriffe regional leicht unterscheiden.
Im Kern bedeutet das: Sobald ein Kunde eine Zahlung über sein Online- oder Mobile-Banking auslöst, startet ein durchgängiger digitaler Prozess – von der Autorisierung bis zur Gutschrift – in Sekunden.
Wie läuft eine Faster-Payment-Transaktion ab?
Faster Payments ermöglichen Zahlungen in Echtzeit. Von der Auslösung bis zur Gutschrift durchläuft jede Transaktion mehrere Schritte, die Sicherheit und Geschwindigkeit sicherstellen.
Zahlungsauslösung
Der Zahlungsvorgang beginnt mit der Eingabe der Transaktionsdaten im Online-Banking oder einer Mobile-App. Der Kunde autorisiert die Zahlung beispielsweise per PIN, biometrischem Verfahren oder Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Autorisierung und Übertragung
Die sendende Bank prüft die Zahlungsdetails in Echtzeit. Ist die Transaktion legitim, wird sie an die Clearing-Infrastruktur (z. B. FedNow oder TIPS) weitergeleitet, wo die Nachricht nach dem Standard ISO 20022 verarbeitet wird.
Annahme durch Empfängerbank
Bestätigung und Gutschrift
Nach erfolgreicher Verarbeitung erfolgt die sofortige Gutschrift auf dem Konto des Empfängers – inklusive Bestätigung innerhalb von Sekunden. Damit ist die Zahlung final und unwiderruflich abgeschlossen, so dass der Empfänger über das Geld verfügen kann.
Vergleich
Arten von Faster Payments
- Faster Payments ermöglichen Echtzeitzahlungen, die schnell, sicher und effizient ausgeführt werden. Sie steigern Flexibilität und Liquidität im Zahlungsverkehr. Die wichtigsten Arten sind:
- Einmalige Sofortzahlungen: Einzeltransaktionen, die in Sekunden ausgeführt und bestätigt werden – ideal für Online-Käufe, Peer-to-Peer-Zahlungen oder dringende Überweisungen.
- Vordatierte Zahlungen: Zahlungen, die im Voraus geplant und zu einem späteren Datum automatisch ausgeführt werden, nutzen dennoch die Echtzeit-Infrastruktur für eine schnelle Abwicklung.
- Daueraufträge: Wiederkehrende Zahlungen wie Miete, Abonnements oder Versicherungen können mit Faster Payments regelmäßig und zuverlässig in Echtzeit abgewickelt werden.
- Direkter Firmenzugang: Bei einigen Payment Systemen wie UK Faster Payments System profitieren Unternehmen vom Direct Corporate Access (DCA), der eine technisch direkte Anbindung an das Faster-Payment-Netzwerk ermöglicht – ein klarer Vorteil für Treasury-, ERP- und Buchhaltungssysteme.
Was macht Faster Payments weltweit erfolgreich?
Faster Payments lassen sich in verschiedene Typen unterteilen, je nachdem, wie und wann Zahlungen ausgeführt werden.
Nutzerzentriertes Design
Faster Payments sind auf Geschwindigkeit, Einfachheit und Transparenz ausgerichtet. Kunden erhalten sofortige Rückmeldungen, ob Zahlungen erfolgreich waren.
24/7 Verfügbarkeit
Im Gegensatz zu klassischen Zahlungsarten stehen Faster Payments rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr zur Verfügung – ein zentraler Erfolgsfaktor.
Sofortige Bestätigung
Sowohl Sender als auch Empfänger erhalten binnen Sekunden eine Bestätigung über den Zahlungseingang – ein entscheidendes Vertrauenselement.
Sicherheit und Vertrauen
Echtzeitzahlungen setzen auf mehrstufige Authentifizierung, Fraud-Monitoring und regulatorische Standards wie z.B. PSD2 und PSD3 in der EU, um höchste Sicherheit zu gewährleisten.
Globale Faster- und Instant-Payment-Systeme im Vergleich
Weltweit gibt es verschiedene Faster- und Instant-Payment-Systeme, die Zahlungen in Echtzeit ermöglichen, sich aber in Reichweite, Technik und Regulierung unterscheiden.
Faster Payments im Vereinigten Königreich
Das UK Faster Payments System (FPS) wurde 2008 eingeführt und gilt als Pionier. Es ermöglicht Zahlungen bis £1 Mio. zwischen britischen Banken in Sekunden. Teilnehmer sind über 30 Banken und FinTechs.
UPI in Indien
Das Unified Payments Interface (UPI) hat den indischen Zahlungsverkehr revolutioniert. Über QR-Codes und Mobile Apps können Verbraucher und Händler in Echtzeit und ohne Kartensysteme Zahlungen durchführen.
Pix in Brasilien
Brasiliens Pix-System ist ein Erfolgsmodell für finanzielle Inklusion. Es verbindet Millionen Privatkunden und kleine Unternehmen über Mobile-Banking und QR-Codes – in Echtzeit, gebührenfrei und staatlich reguliert.
FedNow in den USA
Die Federal Reserve startete 2023 FedNow, ein landesweites Echtzeitsystem für Banken in den USA. Es ermöglicht sekundenschnelle Überweisungen zwischen Finanzinstituten und konkurriert zu privaten Netzwerken wie TCH RTP (The Clearing House Real-Time Payments).
TIPS in Europa
Das TARGET Instant Payment Settlement (TIPS)-System der EZB ermöglicht paneuropäische Echtzeitzahlungen in Euro. Es basiert auf dem SEPA Instant Credit Transfer (SCT Inst)-Standard zusammen und erlaubt Abwicklungen innerhalb von 10 Sekunden.
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Wer betreibt Faster-Payment-Systeme und wie sind sie aufgebaut?
Faster-Payment-Systeme werden von Banken, Zentralbanken und Technologieanbietern betrieben und folgen klaren Regeln, um Sicherheit, Stabilität und schnelle Verarbeitung zu gewährleisten.
Rolle von
Zentralbanken
Zentralbanken wie die Bank of England, EZB oder Federal Reserve stellen häufig die technische oder regulatorische Infrastruktur sowie Zentralbankgeld zur unwiderruflichen Finalisierung der Zahlung bereit, um Stabilität und Vertrauen sicherzustellen.
Teilnahme von
Nichtbanken
Auch FinTechs und Payment Service Provider (PSPs) können sich über Schnittstellen oder Sponsorbanken beteiligen – wichtig für Innovation und Wettbewerb.
Technische
Infrastruktur
Faster Payments basieren typischerweise auf API-Architekturen, ISO 20022-Nachrichtenstandards und hochverfügbaren Netzwerken. Diese müssen 24/7/365 laufen und bieten sekundenschnelle Verarbeitung.
Regeln und
Governance
Jedes System wird von klaren Scheme-Regeln bestimmt – etwa zu SLA-Zeiten, Betrugsschutz, Liquiditätsreserven und Compliance-Anforderungen. Governance-Strukturen wie die von Pay.UK oder EPC (European Payments Council) sichern den Betrieb.
Zukunft von Faster Payments und technologische Entwicklungen
Faster Payments entwickeln sich ständig weiter und werden zunehmend mit digitalen Wallets, APIs und grenzüberschreitenden Zahlungen verknüpft, um Innovation und Effizienz im Zahlungsverkehr voranzutreiben.
Integration mit digitalen Wallets
Die Verbindung von Faster Payments mit Wallet-Lösungen wie Apple Pay oder Google Pay ermöglicht nahtlose Zahlungen in Echtzeit – übergreifend über Banken und Plattformen hinweg.
Cross-Border-Zahlungen
Die nächste Entwicklungsstufe sind grenzüberschreitende sowie währungsübergreifende Echtzeitzahlungen, etwa durch Initiativen der G20 oder die Interlinking-Projekte zwischen TIPS, FedNow und UPI.
Einbindung von APIs
Open Banking APIs verbinden Banken, FinTechs und Unternehmen direkt mit Echtzeitsystemen und schaffen neue Geschäftsmodelle – vom automatisierten Cash Management bis zur Machine-to-Machine-Zahlung.
Verbindung zu CBDCs
Mit dem Aufkommen von Central Bank Digital Currencies (CBDCs) verschwimmen die Grenzen zwischen Geld und Daten weiter. Faster Payments könnten dabei als Rückgrat digitaler Währungen dienen.
Fazit
Faster Payments sind mehr als nur schnelle Überweisungen – sie markieren den Wandel zu einem digitalen, vernetzten und durchgängig verfügbaren Zahlungsökosystem.
Für Banken, FinTechs, Zahlungsdienstleister und Unternehmen aller Branchen eröffnet dies neue Möglichkeiten für Innovationen, API-basierte Services und kundenorientierte Payment-Erlebnisse.
Unifits unterstützt Banken, PSPs und Clearinghäuser dabei, Echtzeitzahlungssysteme effizient zu testen, zu integrieren und compliant zu betreiben. Von ISO 20022-Nachrichtenvalidierung bis zu automatisierten End-to-End-Tests.
Lösungen für Finanzmarktinfrastrukturen
Zentrale Infrastrukturen und ihre Teilnehmer brauchen eine branchenweite Lösung, die von Anfang an strukturiertes, skalbierbares Testing ermöglicht. So lassen sich Risiken minimieren und die Readiness im gesamten Ökosystem gezielt beschleunigen.
Lösungen für Banken
Neue Maßstäbe in der Qualitätssicherung im Zahlungsverkehr. Automatisierte, standardisierte Tests und ein kontinuierlich aktualisiertes Regelwerk gewährleisten maximale Effizienz und höchste Testqualität.